Konzept

Autarke Energieversorgung und Aufenthaltsqualität: Ein Konzept für die Zukunft

Heroimage Behrens-Ufer Uferpromenade
Das BE-U | Behrens-Ufer soll ein zukunftsfähiges, lebens­wertes Stadt­quartier mit internationalem Vorbild­charakter werden. Das konse­quent nachhaltige Konzept – sowohl als Gewerbe­standort als auch als Raum für Gemein­schaft – setzt den Fokus auf die Bedürf­nisse des Menschen und auf zukunftsfähige Ener­gie­lösungen und umfass­ende Kreislauf­wirt­schaft. Durch die Zusammen­führung von Wissenschaft und Unter­nehmertum, Bildung und Innovation an einem mensch­zentrierten, kulturfördernden Ort wird das Behrens-Ufer den sozio-ökologischen Heraus­forderungen der Zukunft begegnen.
„Wie können Arbeitsplatz und Stadtquartier in einem urbanen Leben, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht, real aus­sehen? Wir wollen Vorbild sein und mit unserer Vision zu globalen Lösungen beitragen.“
Courtney Phillips, CEO von UrbanVolution, zur gemeinsam mit der DIEAG entwickelten Vision für das BE‑U

Städtebau

Ein lebendiges Quartier für Berlin 2030

Das bereits mit dem Bezirk Treptow-Köpenick abgestimmte städte­bauliche Gesamtkonzept sieht eine Mischung aus denkmal­geschütztem Bestand und modernem Neubau mit einzelnen markanten Hochpunkten, neuen Durch­wegungen und öffentlichen Plätzen sowie die Einrichtung einer durch­gängi­gen Uferpromenade entlang der Spree vor.

Das Areal wird vom ehemaligen Industrie­gelände zu einer neuen sozialen, kultu­rellen und infrastrukturell ergänzenden Lebenswelt für Oberschöneweide transformiert. Das BE-U soll der Öffent­lichkeit zu jeder Zeit zugänglich sein. In der Gestaltung des Quartiers unterstreichen die Öffnung der Sichtachsen hin zur Spree und die breite Promenade direkt an der Spree das offene, einladende Konzept.

Energie

So autark
wie möglich

Unter Verwendung neuester Techno­logien und in enger Partnerschaft mit GASAG Solution Plus entstehen am BE-U inno­vative Lösungen für die Energie­ver­sorgung der Zukunft. In konsequent nachhaltiger Produktion wird Energie direkt auf dem Gelände erzeugt. Das BE-U wird so in Zukunft weitestgehende Energieautarkie und Versorgungs­sicherheit für Produktion, Forschung und Entwicklung bieten. Möglich wird diese zukunftsfähige Energieversorgung auch durch die hocheffiziente Bauweise der Gebäude des BE-U. Hier werden neben smarter Gebäudetechnik unter anderem Technologien wie wasserführende Lehmdecken in nachhaltigen Holzkonstruktionen eingesetzt.

Kreislaufwirtschaft

Selbstversorgung,
wo immer es geht

Auf allen Ebenen des BE-U | Behrens-Ufer ist das Ziel eine weitestgehende Selbst­versorgung. Erreicht werden soll das durch verschiedene Kreislauf­systeme, die Ressourcen und bei der Produktion entstehende Wertstoffe vor Ort erzeugen, nutzen und wieder­verwerten.

Beispiele hierfür sind die Lebens­mittelproduktion in Vertical Farming Systemen, Regenwasserspeicher und -nutzung oder thermisches Recycling.

Die Rohstoffkreisläufe der ansässigen Unternehmen werden zum gegen­seitigen Nutzen und im Sinne rege­nerativen und zukunftsfähigen Wirtschaftens harmonisiert. Auf eine stringente Ausrichtung der Mieter und Konzepte für Gastronomie und Freizeit zur Umsetzung dieser quartierweiten Kreislaufwirtschaft wird von Anfang an geachtet.

Soziales

Mensch im
Mittelpunkt

Nach mehr als 100 Jahren erhalten Anwohner und Besucher hier nun erstmals eine wertvolle Lebenswelt direkt an der Spree. Am BE-U | Behrens-Ufer entsteht ein neuer gesellschaftlicher Mittelpunkt in Oberschöneweide – für jedermann.

Auf dem ganzen Gelände und insbesondere entlang der breiten Uferpromenade entstehen vielfältige Gastronomiekonzepte und Angebote für Freizeit, Erholung und Gesundheit. Die Dachgärten und begrünten Freiflächen des BE-U sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

Soziale Einrichtungen wie Schule und Kindergarten auf dem Gelände und die weiterführenden Bildungs­angebote des Quartiers unter­streichen die mensch­zentrierte Vision des BE-U.

Partizipation

Die Lösungen für morgen gemeinsam finden und umsetzen

Die ambitionierte Vision des BE-U | Behrens-Ufer erfordert Experten­wissen in vielen verschiedenen Bereichen. Am BE-U wirken daher Arbeitskreise zu den unter­schied­lichen Themen des Konzepts, die, mit unter anderem internationalen Experten besetzt, innovative und sinnvolle Lösungen finden und stete Weiterent­wicklung bestehender Systeme in der Zukunft garantieren.

Diese Arbeitskreise werden in den kommenden Jahren sukzessive weiter ausgebaut und sollen neben Energie- und baulichen Themen auch gesell­schaftliche und kulturelle Inhalte bearbeiten.

Als erster Ort der Begegnung mit der Öffentlichkeit wird Anfang 2023 das Informationszentrum des BE-U auf dem Gelände eröffnet.

Die Vision des BE-U

In enger Partnerschaft mit Züblin und GASAG Solution Plus ent­wickelt die DIEAG ein Stadt­quartier der Zukunft, einzigartig in seinem nach­haltigen Ansatz. Mit einem Gesamt­investi­tions­volumen von mehr als 1,1 Mrd. EUR entsteht eine neu konzipierte Welt für Arbeit, Forschung, High-Tech-Produktion und Bildung, einher­gehend mit umfassenden gesell­schaft­lichen Angeboten für Kultur, Freizeit und Gastronomie.

Eine Welt, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, mit all seinen Wünschen, Möglich­keiten und Bedürfnissen

Durch die menschzentrierte Vision wird das BE-U |Behrens-Ufer zum innovativen, synergetisch vernetzten Standort mit einer lebendigen Gemeinschaft. Unter­nehmen forschen, entwickeln, erfinden und produzieren hier, Kreative und Visionäre finden Raum zur Entfaltung – autark und nachhaltig. Es werden unter­schiedliche, miteinander vernetzte Energiegewinnungssysteme genutzt: Unter anderem Wasserkraft, Tiefen­geothermie, Photovoltaik. Intelligente Speicher und Kreislaufsysteme runden das System ab.

Das BE-U als
Reallabor der
Zukunft

Das BE-U | Behrens-Ufer ist das größte privatwirtschaftliche getragene Gewer­bequartiersprojekt Berlins und wird für den gesamten Stadtteil einen Entwick­lungsschub bringen. Auf dem großzügigen Spree-Areal entstehen insgesamt 234.000m² gewerbliche Mietfläche und eine neue Lebenswelt für die Anwohner­schaft – energetisch weitestgehend selbstversorgend, CO2-neutral, mit verbundenen Dachgärten, breiter Ufer­promenade und nachhaltiger Nahver­sorgung durch Lösungen wie Vertical Farming.
BE-U | Konzept Nachhaltigkeit Autarkie

Die am BE-U
verwendeten Technologien

Solarenergie

Für die innerstädtische Strom­erzeugung ohne fossile Brennstoffe sind Photo­voltaik-Anlagen die richtige Antwort. Diese Anlagen werden gewöhnlich auf den Dächern installiert, so dass die anfallende Sonnenenergie vor Ort genutzt werden kann. Im Fall des BE-U ist dies jedoch anders. Hier werden die Module in die Fassaden des Quartiers integriert, um die Dächer für eine Nutzung als Dachgärten freizuhalten. Die Sonneneinstrahlung wird maximal genutzt, indem die Photovoltaik-Module mit thermischen Modulen kombi­niert werden. Diese Photo­voltaik-Thermie-Kollektoren (PVT) stellen neben Strom auch noch Wärme zur Verfügung.

Wärmepumpen

Die entscheidende Rolle bei der Wärme­versorgung der Gebäude werden Wärme­pumpen spielen. Die Wärmepumpen erhöhen das Temperaturniveau von Umwelt­­wärme, so dass sie auf das Heiz­system über­tragen werden kann. Als Umwelt­wärme wird die Umgebungs­luft über Luftwärme­tauscher und die Sonnen­einstrahlung mit Hilfe der PVT-Kollektoren genutzt. Im Sommer werden die Wärme­pumpen auch zum Kühlen eingesetzt. Neben der Effizienz haben sie den Vorteil, dass sie ohne Verbrennung funktionieren. Mit grünem Strom für den Betrieb der Wärmepumpen wird somit kein CO2 ausgestoßen.

Eisspeicher

Auch mit Eis lässt sich heizen. Bei einem Eisspeicher wird die Energie genutzt, die beim Phasenübergang von Wasser zu Eis frei wird. Dies findet bei einer Temperatur von konstant 0°C statt. Wenn es draußen deutlich kälter ist, kann die Wärmepumpe effizienter mit dem Eisspeicher betrieben werden, als es mit der Außenluft möglich wäre. Ein weiterer Vorteil ist, dass auf wenig Volumen viel Energie gespeichert werden kann. In dem Phasenübergang ist so viel Energie gespeichert, wie zum Erhitzen von 0°C kalten Wasser auf 85°C nötig wäre. Der Eisspeicher kann das ganze Jahr genutzt werden. Im Sommer eignet sich der Speicher, um Kälte über den Tag verteilt einzuspeichern und konzentriert zur Mittagszeit wieder abzugeben. Dadurch können Strom­spitzen in der Mittagszeit vermieden und die Effizienz der Wärmepumpe durch den nächtlichen Betrieb bei niedrigeren Temperaturen erhöht werden.

Kaltnetz

Das Kaltnetz führt die verschiedenen Umweltquellen und die Verbraucher zusammen, um Synergien zu schaffen. Die niedrigen Temperaturen im Kaltnetz werden mithilfe von dezen­tralen Wärme­pumpen auf ein Temperaturniveau gebracht, das von den Nutzern benötigt wird. Damit können Heizung und Kühlung gebäu­de­spezifisch betrieben werden. Weil das Leitungsnetz kalt ist, werden Wärmeverluste im System vermieden. So werden die Energiebedarfe im Betrieb reduziert und die erneu­erbaren Energien effizienter genutzt.

Weitere Energiequellen in Untersuchung

Die DIEAG Unternehmensgruppe und GASAG Solution Plus erstreben eine nachhaltige Energieversorgung für das Quartier an, wofür jede Möglich­keit am Standort betrachtet wird. Das über­geordnete Ziel ist die CO2-Neutralität mit einem möglichst hohen Anteil lokal erzeugter erneuer­barer Energien. Aktuell werden verschie­dene zusätzliche erneuerbare Energien auf ihre Eignung untersucht. Unter anderem wird eine Potenzial­studie zur Tiefengeothermie am Standort ausgeführt, um die Ressourcen des Erdreichs weiter zu erkunden. Auch das Wasser der angrenzenden Spree bietet Perspek­tiven, um mehr erneuerbare Energien einzubeziehen. In Zukunft soll eine Kombination der eingesetzten Technologien eine hohe Umwelt­verträg­lich­keit bei niedrigen Betriebskosten bieten.

Vertical Farming

Vertical Farming ist eine revolutionäre Form der Nahrungsmittelproduktion auf begrenztem urbanem Raum. In vertikal ausgerichteten und nahezu komplett automatisiert bewirt­schafteten Feldern soll am BE-U ein großer Teil der vor Ort benötigten pflanzlichen Lebensmittel angebaut werden. Dabei kommt ein ausgeklü­geltes Kreislaufsystem zum Einsatz, das zum Beispiel das bei der Produk­tion entstehende CO2 wieder zur Düngung einbezieht. Neben dem Anbau von Gemüse wird auch das Einbeziehen von Pilz- und Fischzucht in diesen Kreislauf geprüft, inspiriert von den außer­gewöhn­lichen räumlichen und baulichen Möglichkeiten des BE-U.